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IW: Mindestlohn mit Augenmaß anpassen

Zur Anhebung des Mindestlohns heißt es aus dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW): „Der Mindestlohn hat viele Minijobs gekostet, im Gegenzug sind aber sozialversicherungspflichtige Stellen entstanden.



Einige Dienstleistungen wie Taxifahrten oder Haarschnitte wurden teurer – vor allem im Osten. Außerdem stiegen die Löhne von an- und ungelernten Arbeitnehmern überdurchschnittlich.“ Trotzdem sei die Zahl der sogenannten Aufstocker – also jener, deren Einkommen der Staat durch Transfers aufbessert – laut IW-Faktencheck kaum zurückgegangen.

Der Mindestlohn war demnach kein effizientes Anti-Armutsinstrument. Das könne er auch nicht sein: Er honoriert die Arbeitsleistung eines einzelnen Arbeitnehmers, berücksichtigt aber nicht, wie viele Personen dieser Arbeitnehmer versorgen muss. Deshalb, so das IW, taugt der Mindestlohn nicht als Ersatz für gezielte staatliche Unterstützungsleistungen. Entsprechend sei es sinnvoll, dass der Mindestlohn erst im Nachhinein an die Tariflohnentwicklung angepasst wird. Schon diese moderate Anpassung berge Risiken: Zwar ist der Arbeitsmarkt nach wie vor robust.

Die ökonomischen Anpassungsprozesse des Mindestlohns laufen aber noch und dabei sei völlig offen, ob die starke Verteuerung einfacher Arbeit nicht doch noch Jobs kosten wird. Der Mindestlohn, fordert das IW, sei daher mit Augenmaß anzupassen – nicht nur heute, sondern auch in Zukunft.

(Quelle: iwkoeln.de)




 
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