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Thema des Monats November 2013

Thema des Monats: November 2013

Internationalisierung des Mittelstandes

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Quelle: www.kenda-dental.com

 

Das Thema des Monats November zeigt auf, welche Möglichkeiten mittelständische Unternehmen haben, ihr Internationalisierungspotenzial auszuschöpfen. Mit Bezugnahme auf eine Veröffentlichung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) werden unterstützende Rahmenbedingungen und Instrumente vorgestellt, mit denen die Internationalisierung im Unternehmen vorangetrieben werden kann.

 

Mit einem Anteil von 97 % an allen Unternehmen der Industrie stellen kleine und mittlere Unternehmen den Kern des Industriesektors in Deutschland. Der industrielle Mittelstand und seine Familienunternehmen haben an der schnellen Rückkehr der deutschen Industrie auf die vorderen Plätze der weltweiten Exportstatistik nach der Finanz- und Wirtschaftskrise einen entscheidenden Anteil.

Gleichwohl gibt es insbesondere im Segment der kleinen und kleineren Industrieunternehmen ein unausgeschöpftes Internationalisierungspotenzial, das es zu nutzen gilt.Auf diesem Weg der stärkeren Internationalisierung des Mittelstandes gilt es, Hemmnisse und Barrieren sowohl auf der Unternehmensseite, aber besonders auch im Bereich der politisch gesetzten Rahmenbedingungen zu identifizieren und zu beseitigen.

Die Unternehmen wissen selbst am besten, dass internationaler Erfolg nicht nur von technologischer Kompetenz, Innovationsgrad und Qualität ihrer Produkte abhängt. Auch an der Mitarbeiterqualifikation muss gearbeitet werden – insbesondere im Hinblick auf Sprachkenntnisse und kulturelles Verständnis für die Märkte, auf denen sich Unternehmen bewegen wollen.

 

Unter welchen Rahmenbedingungen kann der industrielle Mittelstand stärker von der Internationalisierung profitieren?

Doppelbesteuerungsabkommen (DBA)

Deutschland hat ein breites DBA-Netz gespannt. 90 Doppelbesteuerungsabkommen sind eine gute Basis für grenzüberschreitende Aktivitäten der deutschen Unternehmen. Umso bedauerlicher ist es, dass durch die jüngsten Verhandlungen, etwa mit Brasilien in 2005 und der Türkei in 2009, eine erhöhte Bereitschaft erkennbar wird, bestehende Abkommen zu kündigen, wenn das Partnerland nicht vollumfänglich auf die deutschen Anpassungswünsche eingeht.

Hinzu kommt, dass sich die Fachebene im Bundesfinanzministerium in Sachen DBA-Politik über die Vorgaben der Regierungskoalition hinweg setzt und einen steuer- und wirtschaftspolitisch fragwürdigen Kurs einschlägt. Die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen bei ihrem Auslandsengagement wird auf diese Weise durch die Steuerpolitik verschlechtert. Denn deutsche Unternehmen zahlen bei Anwendung der Anrechnungsmethode oftmals höhere Steuern als ihre ausländischen Konkurrenten.

Ziel muss sein, dass den DBA-Verhandlungen wieder eine größere Aufmerksamkeit in Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit zuteilwird. Die Verhandlungen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung müssen von der Politik wieder als originäre Standort- und Wirtschaftspolitik verstanden werden.

Weitere Rahmenbedingungen sind:

  • Nationale Rahmenbedingungen
  • Europäischer Binnenmarkt
  • Internationale Handelspolitik
  • Auslandsinvestitionsschutz

 

Mit welchen Instrumenten kann der Mittelstand auf Auslandsmärkten besser unterstützt werden?

Auslandsmessebeteiligungen

Die gemeinschaftlichen Präsentationen der deutschen Wirtschaft auf ausgewählten Fachmessen im Ausland stellen eine wichtige Hilfe für deutsche Unternehmen dar. Mittelständische Unternehmen profitieren dabei auch von der Präsenz von weltbekannten Großunternehmen in den Gemeinschaftsbeteiligungen.

Daher ist das Auslandsmesseprogramm des Bundes ein von mittelständischen Unternehmen stark nachgefragtes, effektives Exportmarketinginstrument, das sich an den Bedürfnissen der Wirtschaft orientiert. Das Programm muss laufend den Bedürfnissen des zunehmend exportorientierten Mittelstandes angepasst werden, auch wenn dies mit einer Erhöhung des Etats verbunden ist.

Exportkontrolle/Zoll

Exportkontrolle und Zoll sind ein wichtiger Faktor der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Komplizierte Exportkontroll- und Zollverfahren belasten die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Exportindustrie empfindlich, dies trifft insbesondere auf mittelständische Unternehmen zu. Die Auswirkungen sind vielfältig. Sie beschränken sich nicht nur auf Lieferverzögerungen oder steigende Kosten, sondern erschweren sogar die Gewinnung neuer Aufträge.

Quelle: www.eurobilltracker.com

Um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Exportindustrie zu stärken, muss die richtige Balance zwischen Freiheit und Sicherheit im Außenwirtschaftsverkehr wiederhergestellt werden. Die Politik muss auf eine praxisnahe und verständliche Ausgestaltung der einzuhaltenden Regeln sowie verlässliche, transparente und zügige Exportkontroll- und Zollverfahren hinwirken. Die angekündigte Entschlackung des Außenwirtschaftsgesetzes und wirtschaftsnahe Ausgestaltung der Exportkontroll- und Zollverfahren müssen jetzt umgesetzt werden.

Weitere Instrumente sind:

  • Politische Flankierung/Delegationsreisen
  • Exportkreditversicherung und Exportfinanzierung
  • Unterstützung des Mittelstandes bei Projekten in Entwicklungs- und Schwellenländern

Wie wird der Mittelstand durch Institutionen der Außenwirtschaftsförderung unterstützt?

Auslandshandelskammern und Botschaften

Die Auslandshandelskammern (AHKs) sind mit ihren umfangreichen Informations- und Beratungsaufgaben für den industriellen Mittelstand eine bedeutende Anlaufstelle in den Auslandsmärkten. Gleiches gilt für die Botschaften und Generalkonsulate des Auswärtigen Dienstes, mit besonderem Blick auf die politische Flankierung unternehmerischer Anliegen.

Wichtig ist eine gute Inlandsanbindung der AHKs über Verbände und Kammern, da Umfang und Inhalt der Nachfrage nach Unterstützung auf Auslandsmärkten weitgehend im Inland definiert werden. Das Engagement der Botschaften muss überall mit gleicher nachhaltiger Intensität und nicht nur punktuell betrieben werden.

Germany Trade and Invest

Ein wichtiger Wettbewerbsvorteil für den industriellen Mittelstand ist die kostengünstige Bereitstellung von objektiven und branchengerechten Informationen über Auslandsmärkte durch Germany Trade and Invest (GTAI).

Quelle: www.gtai.de

Die Versorgung mit Marktinformationen aus neutraler Quelle muss sichergestellt werden. Dazu muss das unabhängige Korrespondentennetz der GTAI erhalten und in wichtigen Zukunftsmärkten verstärkt werden. Die Informationsbereitstellung darf nicht unter einer unsachgemäßen Vermengung von Exportförderung und Investorenanwerbung in der GTAI leiden.

Zusätzlich existieren regionale Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft wie die Hessen Trade & Invest GmbH. Ihre zentrale Aufgabe ist die Positionierung und Stärkung des Wirtschafts- und Technologiestandorts Hessen national und international. Gemeinsam mit Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik arbeiten sie als Impulsgeber daran, den Standort Hessen weiterzuentwickeln und dauerhaft wettbewerbsfähig für die Zukunft zu machen.

 

Weitere Informationen hierzu unter:

 
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