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Hessenboebbel

Unternehmensportrait Asco

Weiterbildung: Hier können Amis echt was lernen

Bei Asco in Gedern machen hessische Flugzeugprofis Kollegen aus Übersee fit für ein neues Werk

Fasziniert vom rasanten Fortschritt der Technik: Ernst-Erich und Stefan Pollmeier (Fotos: Scheffler)

Gedern. Drei Mann in einem Boot? Nein: Was im Bild oben auf den ersten Blick wie ein Wikinger- Schiff aussieht, ist ein hochkompliziertes Bauteil für den Rumpf eines modernen Großraumflugzeugs. AKTIV hat sich das wuchtige Ding im Asco-Werk Gedern angesehen.


Dort lernen gerade Amis, wie man solche Produkte fertigt – denn der belgische Luftfahrtzulieferer Asco expandiert in die USA. Also erklärt der deutsche Fräser Stefan Danz seinen US-Kollegen Tim Link und Roger Wagner ganz genau, wie so ein halbrundes Teil aus einer massiven Alu-Platte herausgearbeitet wird.

Link und Wagner sind nicht zum ersten Mal aus dem fernen Stillwater im US-Staat Oklahoma angereist, um immer noch mehr über die Bedienung modernster Metallbearbeitungsanlagen zu erfahren. Acht Wochen werden sie dieses Mal bleiben. Danach kommen weitere Kollegen aus Asco: Die Stimmung ist sichtlich gutdem Asco-Werk Stillwater nach Gedern, darunter auch Ingenieure.

Die Stimmung ist sichtlich gut: „Wir sind hier ein Team“, sagt Wagner, der sich nebenbei als Fan von „german Schnitzels“ outet.


„Und das Arbeiten ist angenehmer, als ich erwartet habe.“ Auch die anfänglichen Sprachprobleme scheinen überwunden: „Inzwischen klappt das alles schon ganz gut“, stellt Fräser Danz fest. Mit insgesamt rund 1300 Mitarbeitern entwickelt und produziert Asco komplexe Bauteile für die Luftfahrt-Industrie; Kunden sind Flugzeughersteller wie Airbus, Boeing, Bombardier und Embraer. Neben dem Werk in Gedern (160 Beschäftigte) gibt es Produktionsstätten im belgischen Zaventem, dem Sitz der Zentrale, und im kanadischen Vancouver. 

Asco: Ganz spezielles Know-howSeit 2012 wird die vierte Fabrik in Stillwater aufgebaut, um den US-Markt noch besser bedienen zu können – und um den Währungsschwankungen zwischen Dollar und Euro zu entgehen. Etwa 40 Prozent des Umsatzes werden in Nord- und Südamerika erzielt. „Wir sind angetrieben von einem steten Wachstum in der Luftfahrt-Industrie und der Notwendigkeit, Kapazitäten zu erweitern“, sagt Deutschland-Chef Paul Hiel. Ehrgeiziges Ziel: Der Jahresumsatz soll bis 2015 von aktuell 400 auf dann 500 Millionen US Dollar esteigert werden. Über einen Zeitraum von drei Jahren werden daher rund 100 Millionen Euro in die bestehenden Werke und den Aufbau von Stillwater investiert. Dort soll die Belegschaft von 75 auf 150 Köpfe wachsen. „Der Schlüssel dazu liegt bei uns in Gedern“, sagt Personalleiter Frank Wortmann.


Ganz spezielles Know-how: Jürgen Deissmann (links)
und Tim Link mit einem Fußbodenträger für Airbus.

Auch in Hessen wird investiert: So ging kürzlich ein 2,5 Millionen Euro teures Bearbeitungszentrum in Betrieb, das baugleich auch in Stillwater steht. Link und Wagner können es dank der Anleitung von Danz bereits bedienen. Irgendwie sitzen diese drei also doch in einem Boot ...

Maja Becker-Mohr (Text) und Gerd Scheffler (Fotos)

 
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