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Elektronik: Die Stauwarner

Mit Geräten für Weidezäune fing alles an: Horizont entwickelt und baut Verkehrsleittechnik für den Weltmarkt

Außenansicht: Mechatroniker Micha Zenke prüft eine klappbare LEDWarntafel, Fotos: D. Scheffler

Korbach. Micha Zenke kann einem Stau auf der Autobahn durchaus etwas Positives abgewinnen: „Ich schaue mir aufmerksam die Warnbaken an und sehe sofort, ob die Geräte von uns sind“, sagt der Mechatroniker der Horizont Group in Korbach. „Denn unsere Baken sind an den kurzen Seiten nicht gerade, sondern wie ein Kleiderbügel abgerundet.“

Zenke ist in dem Betrieb verantwortlich für die Endmontage im Bereich Klemmfix, einem der Weltmarktführer für mobile Verkehrsleittechnik. Leuchttafeln in fremden Sprachen gehören zum Tagesgeschäft. Gerade prüft er klappbare Warntafeln, die auf englischen Polizeiautos zum langsamen Fahren auffordern werden.

Weidezaungeräte sind Grundlage des Erfolgs
Begonnen hat die Erfolgsgeschichte von Horizont im Jahr 1945, als der Ingenieur Heinz Müller eine Werkstatt für Elektrotechnik gründete. Ein von ihm entwickeltes Weidezaungerät wurde schnell zum Renner. Heute wird fast das gesamte Zubehörprogramm für Weidezäune, inklusive Isolationsprodukten, in eigenen Werken hergestellt. Dank der damit verbundenen Kompetenz im Umgang mit Strom gelang schon 1968 mit dem Bau einer Sicherheitsleuchte der Einstieg in die mobile Verkehrsleittechnik. In den 90er-Jahren kam die Produktion für andere IndustriebeDirk Trompeter, Geschäftsführer Horizont Groupreiche dazu. „Wenn es ums Blinken, Stoppen und Weiterfahren geht, ob in der Waschanlage oder in der Computertomografie, sind wir dabei“, betont Geschäftsführer Dirk Trompeter.

 

Wenn es blinkt, sind wir dabei.“ Dirk Trompeter, Geschäftsführer

Die gesamte Gruppe erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 55 Millionen Euro. Das Unternehmen ist bis heute im Familienbesitz. Neben dem Stammsitz gibt es Werke in England, Frankreich und Polen. Von den rund 450 Mitarbeitern ist mehr als die Hälfte in Korbach beschäftigt, darunter 20 Azubis. „Dank hoher Fertigungstiefe einschließlich Entwicklung und Werkzeugbau
können wir einen sehr hohen Anspruch an unsere Produkte stellen“, so Trompeter.

Warntafeln und Autos werden vernetztEin Mitarbeiter der Horizont Group montiert die Elektronik in einer Warnbarke
Schon heute gibt es Warnbaken, die bei der Berührung durch ein Fahrzeug in Bruchteilen einer Sekunde per Funksignal im nächsten Einsatzfahrzeug Alarm auslösen, um die Menschen, die dort arbeiten, zu warnen. Aktuell wird bereits an der Kommunikation von Warntafeln mit dem Auto gearbeitet. Trompeter: „Da sitzen wir bei Automobilherstellern mit am Tisch, denn Vernetzung
ist auch in diesem Bereich nur noch eine Frage der Zeit.“


Innenansicht: Mitarbeiter montiert Elektronik der Warnbake.

Und auch bei den Weidezaungeräten hat die Zukunft schon begonnen. Die lassen sich nämlich inzwischen auch per SMS und Handy ein- oder ausschalten oder dank GPS, so wie einige Geräte der mobilen Verkehrsleittechnik, überall auf der Welt orten. Trompeter: „So hilft moderne Technik beim Diebstahlschutz!“

Text: Maja Becker-Mohr, Fotos: Scheffler

 
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