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Hessenboebbel

Thema des Monats: September 2014

Flughafen Frankfurt -Drehscheibe und Standortvorteil für die hessische Wirtschaft

Am 12. August 2014 hat die Bauaufsichtsbehörde der Stadt Frankfurt den Bauantrag der Fraport AG für den Bau des Terminal 3 am Frankfurter Flughafen genehmigt. Nötig wurde dies, da die Fraport AG davon ausgeht, dass die Kapazität des Flughafens im Jahr 2020 ausgelastet sein wird. Im vergangenen Jahr zählte der Flughafen 58 Millionen Passagiere1  – für 2020 werden rund 80 Millionen Passagiere prognostiziert.

Geplant ist, den Terminal 3 auf dem Gebiet der ehemaligen US-Militärbasis zu errichten – mit zwei Flugsteigen für bis zu 14 Millionen Passagiere pro Jahr. Die Fraport AG geht davon aus, dass die Kapazitäten des Frankfurter Flughafens mit den Terminals 1 und 2 bis zum Jahr 2020 erschöpft sind, also spätestens ab 2021 ein Terminal 3 benötigt wird.2  Aufgrund seiner Position als international bedeutsamer Hub an dem nationale, kontinentale und interkontinentale Flugnetze zusammenlaufen, ist eine ausreichende Kapazität für den Frankfurter Flughafen essentiell. Aber warum ist der Bau des Terminal 3 für die hessische Wirtschaft wichtig?

Logistischer Vorteil für Unternehmen

Für global agierende Unternehmen sind die direkten und schnellen Flugverbindungen in die ganze Welt sowie die Drehscheibenfunktion des Frankfurter Flughafens wichtige Standortfaktoren. Je vernetzter die Wirtschaft gestaltet ist und je weniger Lagerbestände sie aufbaut, desto wichtiger ist die Mobilität von Gütern und Wissensträgern.

Demnach würden für die Unternehmen im Rhein-Main-Gebiet Nachteile entstehen, wenn die Kapazität des Flughafens 2020 überschritten würde. Für global agierende Unternehmen bestehen mögliche Folgen in erhöhten Produktionskosten oder in Anpassungen ihrer Vertriebswege, weil Produktionsmittel oder Güter nicht mehr zuverlässig per Luftfracht transportiert werden können.

Die Nähe zum Flughafen kann für Unternehmen, zum Beispiel durch kürzere Transportzeiten, Produktivitäts- und Kostenvorteile sowie verbesserte Absatzmöglichkeiten bedeuten. Rein volkswirtschaftlich betrachtet, ist ein erfolgreicher Flughafen ein wesentlicher Arbeitgeber in der Region. Zudem sorgen die Mitarbeiter des Flughafens durch ihren Konsum für positive Multiplikatoreffekte und auch der Flughafen selbst und die dort ansässigen Unternehmen fragen Produkte und Dienstleistungen in der Region nach.

Die Problematik großer Infrastrukturprojekte

Infrastrukturprojekte wie der Bau oder Ausbau eines Flughafens sind zeit- und kostenintensiv. Für den ersten Bauabschnitt des Terminal 3 rechnet man derzeit mit Kosten von rund 2,5 Milliarden Euro.3  Projekte wie der Bau des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg (BER) oder Stuttgart 21 zeigen, die geplanten Kostenrahmen werden selten eingehalten.

Die Kosten für den Bau des Hauptstadtflughafens haben sich um 1,1 Milliarden Euro auf 5,4 Milliarden Euro erhöht. Seine Fertigstellung verzögert sich aufgrund von Baumängeln, Technikproblemen und Planungsfehlern um mindestens vier Jahre – anstatt im Jahr 2011 ist die Fertigstellung jetzt für den Jahreswechsel 2015/2016 geplant.4 

Eine solche Entwicklung kann sich der Flughafen Frankfurt als ein bedeutsames internationales Drehkreuz nicht erlauben. Deshalb ist es wichtig, dass der Bau des Terminal 3 durch Notwendigkeit und nicht durch das Wetteifern mit anderen internationalen Flughäfen wie London Heathrow oder dem geplanten ‚größten Flughafen der Welt‘ in Istanbul bedingt ist. Um seine Position als Hub aufrechtzuerhalten würde ein obsoletes und kostenintensives Infrastrukturprojekt mehr schaden als helfen.

Internationaler Hub Frankfurt am Main

Der Frankfurter Flughafen ist als internationaler Flughafen mit Drehscheibenfunktion und seiner guten intermodalen Vernetzung mit dem Autobahnnetz und Schienenverkehr ein wesentlicher Standortvorteil für die Metropolregion Frankfurt Rhein Main. Im internationalen Vergleich mit Flughäfen wie beispielsweise Peking, London und Los Angeles liegt der Frankfurter Flughafen für das Jahr 2013 mit rund 2,1 Millionen Tonnen Cargoaufkommen auf Platz 8 von 30 betrachteten Flughäfen. Beim Vergleich der international geschäftigsten Flughäfen nach Passagieraufkommen liegt Frankfurt auf Platz 12.5

Um die internationale Position und die regionale wirtschaftliche Bedeutung zu erhalten, muss seine Kapazität an wachsende Passagier- und Güteraufkommen und die Ansprüche der ansässigen Wirtschaft angepasst werden. Sind die Terminals 1 und 2 im Jahr 2020 ausgelastet, ist ein weiterer Terminal unumgänglich.

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1 www.fraport.de
2 www.fraport.de
3 www.fr-online.de
4 www.zeit.de
5 www.aci.aero

 
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