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Hessenboebbel

Thema des Monats: März 2015

Innovative Nachwuchsideen

Metall- und Elektro-Industrie bleibt fit für die Zukunft

Die Metall- und Elektro-Industrie ist mit einer Billion Euro Jahresumsatz, 3,7 Millionen Beschäftigten und 270.000 Auszubildenden das Herz der Wirtschaft. In Hessen erzielt die Metall- und Elektroindustrie- die größte Branche in Hessen- mit fast 213.000 Beschäftigten, 11.000 Auszubildenden und einen Jahresumsatz von rund 55 Mrd. Euro und trägt mit über 50 Prozent zu Wertschöpfung, Arbeitsplätzen und Umsatz der hessischen Industrie bei.

Sieger-Foto Innovationswettbewerb- Gerd Scheffler

Dieser Industriesektor umfasst die Automobil- und Zulieferbranche, die Elektro- und Elektronikindustrie, den Maschinen- und Anlagenbau sowie die Metallerzeugung und -verarbeitung und als – hessische Besonderheit – auch die Feinmechanik und Optik.
All diese Unternehmen müssen sich täglich einem harten internationalen und nationalen Wettbewerb stellen.


Damit dieses Herz der Wirtschaft auch künftig kräftig weiterschlägt und die Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben, ist der frische Blick der jungen Neugierigen gecoacht von den alten erfahrenen Hasen aus den Betrieben, die zu konkreten Innovations- und Verbesserungsideen führen und der M+E Industrie die Marktführerschaft sichern, von großer Bedeutung.

Die Jugendlichen können ihre Erfahrungen austauschen und ihren Horizont erweitern. Die Unternehmen wiederum bekommen tolle Verbesserungsideen und können diese umsetzen. Der Wettbewerb „M+Eine Zukunft“  der Metall- und Elektro-Industrie und des Arbeitgeberverbandes HESSENMETALL soll das Innovationspotenzial und die Kreativität der Nachwuchskräfte in Hessens größter Industrie fördern und Mut machen, diese Ideen vorzustellen.

Dieses Jahr wurde der „M+Eine Zukunft Award“ zum siebten Mal vergeben. Prämiert wurden innovative Ideen des kreativen Nachwuchses von Schunk Dienstleistungsgesellschaft mbh aus Heuchelheim, Fritz Winter Eisengießerei GmbH aus Stadtallendorf, Bombardier Transportation aus Kassel, ae group ag aus Gerstungen sowie Continental Automotive aus Karben.

Insgesamt waren 15 Unternehmen mit Auszubildenden und dual Studierenden angetreten. Eine Experten-Jury aus Wirtschaft und Wissenschaft prämierte die herausragenden Innovations-Projekte. Im Fokus der Jugendlichen standen Themen zur Fachkräftesicherung für Berufe, die erst auf den zweiten Blick ihren Charme entfalten, wie z.B. Gießereimechaniker, Ressourceneffizienz, Optimierung von Arbeitsprozessen sowie neue Technologien.


Gefragt im Nachwuchswettbewerb waren kreative und innovative Verbesserungsvorschläge in den Unternehmensbereichen Administration und Personalmanagement, Produkte und Dienstleistungen oder Produktionsablauf und Logistik. Die Innovationsideen sollen dem Unternehmen helfen wettbewerbsfähig zu bleiben und auch künftig das Qualitätsmarkenversprechen „Made in Germany“ zu erhalten.

Kategorie: Studierende / Druck- und Spritzgußwerk Hettich GmbH & Co. KG, Frankenberg (Eder)  v.li. Jaquelline Pohlmann, Philipp Brühl, Marius KleinDer Unternehmergeist und die Kreativität des Nachwuchses zeigten auch dieses Jahr wieder, dass der Wirtschaftsstandort Hessen auch künftig wettbewerbsfähig bleiben und seinen Vorsprung vor der Konkurrenz halten kann.

Mit ihren genialen Ideen standen die Sieger-Teams nicht nur im Rampenlicht, sondern ergatterten neben Siegerzertifikaten auch noch einen BOSE SoundTouch20II


Zu den Siegern im Detail:


In der Kategorie Administration und Personalmanagement


Unsortierte Werkbänke bei den Azubis, schadhafte oder kaputte Werkzeuge, verschwendete Ressourcen, Energieverschwendung in Arbeitspausen und fehlendes Verantwortungsbewusstsein störten das Azubi-Team von der Schunk Dienstleistungsgesellschaft mbH.

An einem Arbeitsplatz zum Wohlfühlen, ohne unnötige Wege, Ressourcen schonend und Kosten sparend, sollten Motivation und Sicherheit gesteigert werden.

Um dieses Ziel zu erreichen entwickelte das Team den „Tag der Qualität“, eine abwechslungsreiche, theoretische und praktische Schulung für die Auszubildenden.


Zur Begründung der Jury:
Die Jury hat ein ganzes Bündel der präsentierten Idee beeindruckt. Neben der sehr systematischen Vorgehensweise überzeugten die große Nachhaltigkeit, die das Konzept anschlussfähig für zukünftige Projekte im Bereich Qualität macht. Auch die Tatsache, dass Auszubildende sehr frühzeitig mit dem Thema Qualität in Berührung gebracht werden, fand große Zustimmung in der Jury. Als sehr innovativ stuft die Jury ein, dass viele bewährte Qualitätssicherungssysteme in dem Konzept „Tag der Qualität“ zum Tragen kommen.

 

In der Kategorie Produktionsablauf & Logistik
Die drei Auszubildenden der Firma Fritz Winter Eisengießerei GmbH & Co. KG  Helena Lippert, Maximillian Löwer und Florian Rusch stellten ihre innovative Idee zur Optimierung des Druckluftverbrauchs in der Produktion vor. Im Rahmen des Ausbildungskonzeptes durchlaufen die Auszubildenden verschiedene Produktionsbereiche. Dabei ist dem Team aufgefallen, dass es bei Reinigungsprozessen mit Druckluft extrem laut zugeht. Als Verursacher identifizierten sie Druckluftsterne und Druckluftvorhänge, die noch Optimierungspotenzial hatten. Durch die Installation von Düsen an den Druckluftsternen einerseits und einer Reduzierung der Düsen an den Druckluftvorhängen konnten Lärm und Druckluftverbrauch reduziert werden.

 

Zur Begründung der Jury:
Welch enormes Potential die Minimierung von Druckluft beim Bearbeitungsprozess von Werkstücken hat, präsentierten die Auszubildenden von Fritz Winter und überzeugte damit die Jury. Bestechend war die detaillierte Analyse der Problemfelder und die daraus abgeleiteten technischen Innovationen. Neben der enormen Kostensenkung gab es aber auch noch einen weiteren wesentlichen Effekt: die überragende Senkung der Lärmbelastung, die einen entscheidenden Beitrag zur Gesundheit der Mitarbeiter leistet.

In der Kategorie Einzelne Produkte und Dienstleistungen

Kategorie:Produktionsablauf und Logistik / ThyssenKrupp System Engeneering GmbH, Burghaun  v.li. Niklas Feldhausen, Julius Nenzel, Maximilian Spittel, Helena AppelDer Auszubildende Till Künneke hat mit dem IBNM_mini (Impuls Betriebener Neodym Motor) den Versuch unternommen, eine zuverlässige, platzsparende und vor allem umweltfreundliche Energiequelle herzustellen.

Der IBNM_mini beruht auf dem Prinzip der Abstoßung von gleich polig gegeneinander gerichteten Permanentmagneten. Wenn die Magnete im richtigen Winkel an Stator und Rotor des Motors montiert werden, entsteht eine kraftvolle Drehbewegung.

 

 

Dazu wird das, durch den Prozess der Magnetisierung im Magneten gespeicherte Potential genutzt. Da die Koerzitivfeldstärke konstant absinkt wird der Magnet kontinuierlich schwächer und muss schließlich ausgetauscht - und recycelt - werden.

Zur Begründung der Jury:
Das Team der Bombadier Transportation GmbH hat die Jury hier besonders mit seinem mutigen Denkansatz auf der Suche nach einer erfolgreichen Produktinnovation überzeugt. Hier wurde komplett neu gedacht und ein Prototyp eines Antriebs unter Verwendung einer neuen Energieidee entwickelt und umgesetzt. Selbst wenn das erste Modell noch nicht vollständig funktioniert, wünscht sich die Jury mehr von solch Innovationen im eigentlichen Sinn.  

In der Kategorie Studierende
Mit der Entwicklung und dem Bau einer Prüfvorrichtung zur Funktionsprüfung gewarteter oder instandgesetzter Vakuumventile vom Typ AVC 040 PA wollen die angehenden Ingenieure von ae group ag verhindern, dass Mängel an Vakuumeckventilen übersehen werden. Bisher mussten die Ventile wöchentlich gewartet und gereinigt werden. Dabei wurden vielfach Mängel übersehen, weil es keine Prüfvorrichtung gab. Mit der nun entwickelten und realisierten Prüfstation ist gewährleistet, dass keine fehlerhaften Ventile in die Vakuumanlage eingebaut werden und das Unternehmen kann Kosten einsparen.

Zur Begründung der Jury:
Die Nachwuchskräfte der ae group ag beeindruckten die Jury mit ihrem Projekt besonders, da es ihnen gelungen ist einen neuen Standard für die Überprüfung von Vakuumventilen einzuführen. Mit ihrer Idee hatten die dualen Studenten den Status einer Innovation bereits überschritten und die Projektidee, die ursprünglich aus der eigenen Belegschaft entwickelt wurden, umgesetzt.

Sonderpreis

Promo Bild Herz der Wirtschaft

Mit dem Projekt „Ergonomie am Arbeitsplatz - Hebehilfe für Lasten“ präsentierte die Auszubildende Inken Kestler wie auch im Continental-Werk Karben s zukünftig schwere Lasten über eine weiter entwickelte Anakonda-Hebehilfe bewegt werden können. Dafür wird die Anakonda auf die vorherrschenden Bedingungen angepasst und optimiert. Per Knopfdruck hebt und senkt sich die Hebevorrichtung und der Mitarbeiter kann ohne Kraftaufwand die Last bewegen: Optimierte Ergonomie, kein Heben / Tragen / Ziehen mehr, nur Führen der Hebehilfe. D, die Hebevorrichtung für Magazine zu konstruieren und ein Muster zu bauen.


Zur Begründung der Jury
Nach intensiver Beratung einigte sich die Jury darauf einen Sonderpreis auszuloben. Dieser wurde unter dem Titel „ Individuelle Innovationsleistung in Kombination mit erfolgreicher praktischer Umsetzung“ an Inken Kestler von Continental Automotive aus Karben vergeben. Ihre Idee bestand darin, die Ergonomie am Arbeitsplatz mithilfe einer Hebevorrichtung für Lasten maßgeblich zu verbessern.


Sie haben einen kreativen Vorschlag, der Ihr Unternehmen voran bringen kann? Sie sind in Ausbildung oder als Dual-Studierende/r und in einem Mitgliedsunternehmen von HESSENMETALL? Dann reichen Sie Ihre Idee bei uns ein!


Alle Bilder und Videos sowie ausführliche Infos zum Wettbewerb:



http://bit.ly/1lp9bWA

 
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