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Hessenboebbel

Thema des Monats: September 2015

 Konjunkturentwicklung der M+E Industrie

Die Konjunktur der hessischen Metall- und Elektroindustrie im 1. Halbjahr und der Außenhandel mit Russland und Griechenland

Dieter Schütz/pixelio.de
Dieter Schütz/pixelio.de

Frankfurt am Main. Hessens Metall- und Elektro-Industrie hat nach einem verhaltenen Jahresauftakt im zweiten Quartal wieder deutlich an Dynamik gewonnen. Mit einem Umsatz in Höhe von 28 Mrd. Euro im ersten Halbjahr haben die Unternehmen der Metall-und Elektro- Industrie das Geschäft des Vorjahres um knapp 4 Prozent über­troffen. Das belegen die exklusiv für den Arbeitgeberverband HESSENMETALL aus­gewerteten Zahlen des Statistischen Landesamts Hessen.

Der Aufwärtstrend verdankt sich vor allem einer starken Auslandsnachfrage, die im zweiten Quartal noch auf 10 Prozent deutlich zulegte. Im Halbjahresschnitt wuchs auf diese Weise die Gesamt­nachfrage um 5 Prozent. Der Zuwachs bei den Umsätzen von 4 Prozent stammt vor allem aus dem Inlandsgeschäft. Der gute Geschäftsverlauf schlug sich kaum in der Anzahl von 211.860 Mitarbeiter nieder: Sie lag Durchschnitt des 1. Halbjahres nur um 0,2 Prozent höher als im gleichen Vorjahreszeitraum.


„Trotz einer guten Auftrags- und Umsatzentwicklung signalisieren die M+E Unterneh­men nun schon seit 3 Monaten Zurückhaltung beim weiteren Beschäftigungsaufbau. Die Verunsicherungen der Unternehmen z. B. durch die aktuelle Schwäche auch dynamischer Schwellenländer wie China und Russland dämpfen die Erwartungen. Aber auch die Politik wirkt gegenwärtig als Bremser: Anstatt Chancen eröffnende Flexibilisierungsinstrumente am Arbeitsmarkt zu erleichtern, denkt man in Deutschland vorrangig darüber nach, wie man z. B. Zeitarbeit und Werkverträge weiter regulativ beschränken kann, obwohl sie integrale Bestandteile des deutschen Erfolgsmodells sind. Deshalb rechnen wir nicht mehr mit einem weiteren Arbeitsplatzaufbau bis zum Jahresende“, so Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer von HESSENMETALL.


Schlaglicht: Handel mit Russland: Import schlägt Export

Quelle: Statistisches Bundesamt Wiesbaden- eigene Berechnungen- 04.08.2015

Sinkende Rohstoffpreise, der drastische Verfall des Rubel und explodierende Inlands-Preise haben die russische Wirtschaft in eine handfeste Rezession abgleiten lassen – mit erheblichen Auswirkungen für den hessischen Außenhandel mit M+E-Produkten: So sind diese Exporte im ersten Halbjahr 2015 deutlich um fast 30 Prozent auf 183,6 Mio. Euro zurückgefallen. Demgegenüber haben sich die entsprechenden Importe aus Russland stark erhöht: Mit insgesamt 314,8 Mio. Euro sind in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um knapp 50 Prozent mehr Warenwerte importiert worden als im ersten Halbjahr 2014. Damit haben die Einfuhren um fast drei Viertel über den Ausfuhren gelegen. Metalle sind dabei mit einem Anteil von 90 Prozent die weitaus größte Einfuhrposition gewesen.


Schlaglicht: Handel mit Griechendland: Exporte auf fast ein Drittel zurückgegangen
Wie in Deutschland insgesamt spielt der Export nach Griechenland auch für die hessische Metall- und Elektroindustrie eine sehr untergeordnete Rolle: Mit einem Volumen von knapp 54 Mio. Euro sind im Jahr 2014 lediglich 0,18 Prozent der gesamten hessischen M+E-Exporte an Griechenland gegangen. Die Importe für die einzelnen Branchen der M+E-Industrie aus Griechenland sind gleichzeitig mit etwas mehr als 20 Mio. Euro noch erheblich geringer ausgefallen.
Dabei ist das Volumen der Exporte nach Griechenland in den Jahren 2008 mit 146 Mio. Euro und 2009 mit 174 Mio. Euro noch erheblich höher als 2014 ausgefallen. In den Folgejahren sind die Exporte zunächst deutlich eingebrochen, haben sich während einer kurzen Verbesserungsphase wieder stabilisiert, bevor es zu erneuten Rückgängen gekommen ist.

Auftragseingang 5 Prozent über Vorjahr
Für das 1. Halbjahr insgesamt erzielten die Unternehmen einen Zuwachs bei den Aufträgen von 5 Prozent. Das Plus bei den Auftragseingängen hat sich im 2. Quartal zum Vorjahresquartal auf insgesamt 5,6 Prozent erhöht. Die Aufträge aus dem Ausland stiegen um fast 10 Prozent. Die Aufträge aus dem Inland nur marginal um 1,4 Prozent.

Im Juni 2015 entwickelten sich die einzelnen Branchen unterschiedlich: Ein deutliches Plus von 19,3 Prozent meldeten in Juni die Hersteller von elektrischen Ausrüstun­gen, gefolgt von den Autobauern und dem Maschinenbau von jeweils 13,4 und 12,1 Prozent. In der kleinen Branche „Sonstiger Fahrzeugbau brach die Nachfrage hingegen wegen ausbleibender Großaufträge aus dem Inland um 50 Prozent ein.


Umsätze 4 Prozent im Plus wegen starkem Inlandsgeschäft
Das gesamte zweite Quartal 2015 ist ausnahmslos geprägt gewesen von steigen­den Umsätzen mit dem Inland. Diese kletterten mit über 14 Prozent auf 2,3 Mrd. Euro im Monatsdurchschnitt und kompensierten den Umsatzverlust von 3,8 Prozent mit dem Ausland. Auf das komplette Halbjahr 2015 gesehen verbuchten die Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie ein Plus von knapp 4 Prozent.

Im Juni stiegen die Gesamtumsätze um 5,1 Prozent auf 5 Mrd. Euro. Um fast 20 Prozent steigerte der Bereich Metallerzeugung, um knapp 17 Prozent die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen. Auch die Autobauer fuhren ein Plus von 4,5 Prozent ein, während die Maschinenbauer ein Minus von 9 Prozent verzeichneten.

 

Beschäftigungsaufbau fast eingestellt

Statistisches Landesamt- eigene Berechnungen

Die Zahl der Beschäftigten in der hessischen Metall- und Elektro-Industrie ist im gesamten Halbjahresverlauf marginal um 0,2 Prozent gewachsen. Im Durchschnitt des zweiten Quartals 2015 sind mit 211.960 Personen 0,1 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresquartal beschäftigt gewesen. Allerdings ist der Beschäftigungsaufbau am Ende des Quartals nahezu zum Stillstand gekommen. Verglichen mit Juni 2014 waren lediglich 66 Personen mehr in der Stammbelegschaft tätig als vor einem Jahr.

Nähere Informationen finden Sie unter: www.hessenmetall.de

 
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