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Ausgezeichneter Nachwuchs in der Metall- und Elektro-Industrie

Hexagon Metrology GmbH, Samson AG, horizont group gmbh und Neuschäfer Elektronik GmbH sind die Gewinner von M+Eine Zukunft.

Azubi-Team von Samson mit ihrem Projekt OPPORTUNITEAM. Foto: Scheffler

Frankfurt am Main. Bereits zum achten Mal hat der Arbeitgeberverband der hessischen Metall- und Elektro-Industrie HESSENMETALL erfolgreich die Sieger im Nachwuchswettbewerb „M+Eine Zukunft“ gekürt. Acht Finalisten – Teams aus Azubis und Dual Studierenden – traten in den Kategorien Administration und Personalmanagement, Produktionsablauf und Logistik, Einzelne Produkte und Dienstleistungen und Dual Studierende gegeneinander an. Prämiert wurden kreative Ideen zur Klimaschonung, Kostenreduzierung, zur Optimierung von Arbeitsabläufen und für neue Produkte und Dienstleistungen.

Die Jury aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verband zeigte sich beeindruckt von der Professionalität und Detailliertheit der im Finale stehdenden Projekte. „Man muss den jungen Menschen zeigen, dass man ihnen etwas zutraut, manchmal sogar mehr, als sie sich selbst zutrauen“, sagte Jury-Vorsitzende Dagmar Bollin-Flade, Geschäftsführende Gesellschafterin der Christian Bollin Armaturenfabrik GmbH in Frankfurt am Main.

In der Kategorie Administration und Personalmanagement überzeugte das Team der Samson AG, Frankfurt, die Jury mit ihrem Projekt OPPORTUNITEAM. Die Auszubildenden Maren Gilzinger, Thomas May, Emmanuel Rosenkranz, Lisa Schleifenbaum gründeten eine eigene Übungsfirma, deren gesamten Erlöse in den Aufbau eines Ausbildungszentrums in einem Entwicklungsland fließen.

Erzielt werden diese Einnahmen durch den Verkauf von selbst hergestellten Produkten wie zum Beispiel einer Spänelampe, die das Team in Zusammenarbeit mit der Lehrwerkstatt und anderen Partnern im Unternehmen produziert. Aktuell steht die Erschließung neuer Vertriebswege innerhalb und außerhalb des Unternehmens auf dem Programm.

Die Gründung einer Übungsfirma mit Produkten, die im Ausbildungsbereich von Samson entstehen, hält die Jury für eine doppelt innovative Idee. Sie lehrt zum einen Unternehmertum ganzheitlich von Produktentwicklung bis Vertrieb und übersetzt zum anderen Ausbildung in Entwicklungshilfe.

„Die Begeisterung für gute Projektarbeiten ist bei den Azubis immer da, deshalb war es für uns leicht, ein Team zu finden, das bei M+Eine Zukunft mitmacht. Hier mitzumachen kann ich nur empfehlen. Alles ist aufregend und neu, mehr als spannend. Man lernt viele neue Leute kennen, tolle andere Ideen und auch andere Unternehmen Wenn  meine Prüfungen  dieses Jahr nicht anstehen würden, würde ich glatt nochmal mitmachen!“

Maren Gilzinger, Azubi bei der Samson AG

 

Gewinnerteam der horizont group GmbH: v.li. Fabian Martin, Werner Bodnar, Guido Kersting (Ausbilder), Miriam Goldbach, Maike Becker Mit ihrem Projekt „Aus heiß mach kalt - Energieoptimierung im Produktionsprozess“ gewann das Team der horizont group gmbH, Korbach, die Wertung in der Kategorie Produktionsablauf und Logistik. Fabian Martin, Werner Bodnar, Miriam Goldbach, Maike Becker und Guido Kesting ist es gelungen, den Prozess in der Bakenproduktion, bei dem Rohmaterial mit elektrischer Energie erhitzt und dann wieder gekühlt werden muss, zu optimieren. Mittels einer Absorptions-Kältemaschine gelingt es, dass möglichst wenig Energie verlorengeht. Das Konzept beeindruckte nicht nur die Geschäftsführung von horizont, die inzwischen die Umsetzung beschlossen hat, sondern auch die Jury: Das Projekt überzeugt wegen seiner ökonomischen

und ökologischen Innovation. Die Amortisationsrechnung ist lückenlos: jährliche Ersparnis von 7.560 Euro, Berücksichtigung und Beantragung von BAFA-Förderung und Realisierung von CO2-Reduktion waren die herausragenden Argumente für diese Projektidee.

„Hier dabei zu sein  war für uns megarichtig, selbst wenn wir nicht gewonnen hätten, denn so ein Projekt macht Spaß, schweißt zusammen und man kann tolle Erfahrungen sammeln“

Werner Bodnar, Azubi Verfahrensmechaniker horizont group

 

Erfolgreich in der Kategorie Einzelne Produkte und Dienstleistungen waren Nick Spohr, Alexandros Tsiouplis von der Neuschäfer Elektronik GmbH, Frankenberg, mit ihrem Projekt Fino Lino 1512. Die beiden Auszubildenden entwickelten komplett eigenständig die innovative Lampe Fino Lino 1512. Das neu gestaltete Produkt verfügt über flexible Einstellungsmöglichkeiten, integrierte USB-Anschlüsse und zwei unterschiedliche Beleuchtungsarten. Individuelle Gestaltung durch eine persönliche Fräsung und geringer Stromverbrauch sind weitere Eigenschaften des Produktes. Zudem wurde eine eigene Verpackung gestaltet und hergestellt sowie eine Marketingstrategie für die Lampe entwickelt. Die Produktinnovation überzeugte die Jury wegen des ganzheitlichen Konzeptes. Sie bietet drei Funktionen in einem und verbindet modernes Industriedesign mit der Kreativität von Neuschäfer. Gewinnerteam von Neuschäfer: v.li. Nick Spohr, Emilie Magel, Alexandros Tsiouplis

 

Angelika Ciupa, Lukas Kaps, Daniel Potiska, Dominik Schneider von der Hexagon Metrology GmbH in Wetzlar entwickelten in der Kategorie Dual Studierende einen neuartigen Messtechnikparcour. Dieser soll neue Auszubildende oder Studierende schnell mit allen Abteilungen des Unternehmens vertraut machen und die persönlichen Kontakte fördern.

 Gewinnerteam von Hexagon: v.li. Angelika Ciupa, Lukas Kaps, Daniel Potiska, Alexander Jakob (Bereichsleiter Personal), Dominik Schneider, Jessica Diehl

Auf diese Weise gelingt es, neue Beschäftigte schnell zu integrieren, über alle Bereiche des Unternehmens zu informieren und zum Networking anzuregen. Dieses Konzept soll in der Zukunft an kommende Generationen von Auszubildenden und Trainees weitergegeben werden und so die Nachhaltigkeit sichern.

Die Idee, die Auszubildenden den gesamten Wertschöpfungsprozess des Unternehmens an zwei Tagen durchlaufen zu lassen, fand die Jury sehr sympathisch und innovativ. Besonders interessant war auch der Ansatz, den Transfer über das eigene Unternehmen hinaus in die mittelhessische Region weiter zu entwickeln.

Nachwuchs mit erfrischenden Ideen

Sämtliche Finalisten konnten mit wohlüberlegten und gründlich ausgearbeiteten Einreichungen überzeugen. Der Erfindungsreichtum der Teilnehmer war insgesamt sehr beeindruckend. Die Jury-Vorsitzende, Dagmar Bollin-Flade zeigte sich angetan „von der enormen Qualität der Arbeiten und dem Potenzial der Ideen“. Auch wenn nicht alle gewinnen konnten, ist sie überzeugt, dass alle Teilnehmer die Gefühle und Bilder des Tages in Erinnerung behalten sollten. „Denn es sind die Bilder solcher Erfolgserlebnisse, die einen auch an schlechten Tagen motivieren können. Und man erinnert sich: Alles ist möglich!“

 

Termine, Fristen und den Flyer zum Wettbewerb M+Eine Zukunft 2016/17 finden Sie auf der Webseite von Hessenmetall.

 

 

 

 

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Hintergrund: Impulsgeber für die Industrie

Der Wettbewerb „M+Eine Zukunft“ wird jährlich von HESSENMETALL ausgerichtet, um das Innovationspotential und die Kreativität von hessischen Nachwuchskräften zu fördern. Außerdem bietet der Wettbewerb eine Plattform, um die besten Ideen in Hessens größter Industrie dem Fachpublikum zu präsentieren und damit auch kreative Impulse in die Unternehmen zu tragen. Der Wettbewerb soll Anregung und Ansporn sein, vorgestellte Ideen zu übernehmen und neue zu entwickeln. Denn Ideen sind auch in der hessischen Metall- und Elektro-Industrie die wichtigste Währung der Zukunft.

 
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