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Betriebliches Gesundheitsmanagement

Die Ziele des Gesundheitsmanagements werden erläutert und der heutige Umsetzungsstand aufgezeigt. Zusätzlich werden Erfolgsfaktoren zur Erhaltung der Gesundheit der Mitarbeiter aufgezeigt.

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) meint die Steuerung und Integration aller betrieblichen Prozesse mit dem Ziel, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Beschäftigten zu erhalten und zu fördern. Dabei wird die Gesundheit der Beschäftigten als strategischer Faktor betrachtet, der Einfluss auf die Leistungsfähigkeit, die Kultur und das Image eines Unternehmens hat. Daneben existiert der Begriff der betrieblichen Gesundheitsförderung. Dieser umfasst laut der Luxemburger Deklaration zur betrieblichen Gesundheitsförderung in der Europäischen Union "alle gemeinsamen Maßnahmen von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Gesellschaft zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz.“ Dazu zählen unter anderem Betriebssport und Gesundheitstage.

Laut einer Studie des F.A.Z.-Instituts für Management-, Markt und Medieninformationen sind betriebliche Gesundheitsförderungsmaßnahmen im Mittelstand weit verbreitet. Oberstes Ziel  sei es den Gesundheitszustand der Mitarbeiter zu verbessern um den Krankenstand möglichst gering zu halten. Des Weiteren sei die Motivation für die Arbeit und die Identifikation mit dem Unternehmen sehr wichtig. Die Förderungsmaßnahmen erhöhen dabei nicht nur die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter, sondern führen auch zu einer Reduktion der Kosten durch Fehlzeiten. Nicht zuletzt sei die Mitarbeiterbindung ein wichtiges Ziel der betrieblichen Gesundheitsförderungsmaßnahmen.


 

In Zukunft werden die Mitarbeiter auch angesichts der demographischen Entwicklung mehr gesundheitsfördernde Maßnahmen des Arbeitgebers fordern. Für die Unternehmen gilt es, gesunde Mitarbeiter zu binden und gesund zu halten. Doch neben der Verantwortung des Unternehmens, sind auch die Beschäftigten gefragt. Nur 58,2% der Mitarbeiter nimmt nach Einschätzung der Führungskräfte, die im Rahmen der Erhebung befragt wurden, an Vorsorgeuntersuchungen teil und achtet auf den privaten Ausgleich zur Arbeit. Weniger als die Hälfte bewegt sich regelmäßig und achtet auf eine gesunde Ernährung.

Im Zuge des betrieblichen Gesundheitsmanagement gehören  Gefährdungsbeurteilung und Fehlzeitenanalysen zum Standardrepertoire. Beide Instrumente werden von 92% der Befragten genannt. Hinzu kommen Mitarbeiterbefragung mit 79% und Arbeitskreise mit 63%. Gesundheitsbezogene Instrumente wie der Gesundheitszirkel oder der Gesundheitsbericht werden nur von 39% der befragten Unternehmen eingesetzt. Ein großer Teil des Mittelstandes (42%) hat das betriebliche Gesundheitsmanagement noch nicht auf dem Radar. 40% der Befragten hat keine Ressourcen vorhanden bzw. schätzt den Verwaltungsaufwand als zu groß ein.

 

Zur Umsetzung des betrieblichen Gesundheitsmanagement kooperieren 68% der befragten Unternehmen mit externen Dienstleistern. Medizinische Dienstleister und Versicherer sind dabei die wichtigsten Kooperationspartner. Laut der Umfrage ist die Zufriedenheit mit den Dienstleistern gut, aber nicht sehr gut.

Der Marzipanproduzenten Niederegger in Lübeck nimmt das Thema selbst in Hand und ist damit sehr erfolgreich. Das Familienunternehmen mit seinen 800 Mitarbeitern gilt als Vorreiter unter den Mittelständlern. Nicht Altruismus hat das Unternehmen veranlasst, etwas für die Gesundheit der Belegschaft zu tun, sondern Kalkül: Gesunde Mitarbeiter sind produktiver und melden sich seltener krank. „Der Gesundheitsstand unserer Belegschaft ist um zwei Prozentpunkte auf 96,4 Prozent gestiegen“, sagt Personalchef Klaus Puschaddel. Auch die Mitarbeiterzufriedenheit, die jedes Jahr durch eine Umfrage gemessen wird, ist um 40 Prozent höher als im Vorjahr.

Im Betriebsalltag der meisten Mittelständler sind diese Erkenntnisse derzeit freilich noch nicht angekommen. Häufig scheitert die Einführung von Gesundheitsprojekten dort an der Einstellung des Chefs. „Gesundheitsmanagement ist kein Selbstläufer“, sagt Bernhard Badura von der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld. Klare Vorschriften und die Ernennung eines Gesundheitsbeauftragten allein reichen nicht. „Wenn der Chef die tägliche Rückengymnastik für überflüssig hält und nur milde belächelt, werden auch die Mitarbeiter nur halbherzig dabei sein“, sagt Badura, der zahlreiche Gesundheitsprojekte in mittelständischen Unternehmen wissenschaftlich begleitet hat. Das Topmanagement müsse als Vorbild agieren und eine intensive interne Kommunikation betreiben, die Mitarbeiter zur Teilnahme an Gesundheitsmaßnahmen mobilisiert.

 
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