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Hessenboebbel

Die Handlungsfelder: Positive Einstellung schaffen

Die Handlungsfelder: Positive Einstellung schaffen

Positive Einstellung schaffen

Um Hessen bis 2030 zu einer der modernsten Industrieregionen Europas zu machen, muss das Land seine Chancen im Wettbewerb mit anderen Regionen gezielt nutzen, indem es die gesellschaftliche Akzeptanz dafür herstellt, die Ressourcen sowie die Infrastruktur sichert und das Neue erschließt.

 

Industrie ist maximale Standardisierung, und immer mehr individualisiert

Industrie ist von Anfang an die Lösung der Probleme von entstehenden Massengesellschaften gewesen. Je größer und intensiver die arbeitsteilige Standardisierung, desto größer die gefertigte Anzahl der Produkte, desto günstiger die Produktion, desto mehr Kostenvorteile bezogen auf das einzelne Produkt und desto besser die Versorgung der wachsenden Anzahl von Menschen mit Produkten, und desto mehr auch Beschäftigte im Wertschöpfungsprozess. Die Massengesellschaft braucht Massenprodukte, günstig und mit guter Qualität. Die Industrialisierung machte und macht es möglich. Um 7 Mrd. und mehr Menschen zu ernähren, zu kleiden, ihnen Wohnung und Arbeit zu schaffen, ihre Kommunikation zu verbreitern und ihr Wissen zu intensivieren, ihre Energie zu sichern, ihren Müll zu entsorgen und zu recyceln, brauchen wir mehr Technik und mehr Industrie.

Unsere Wünsche sind komplex, teilweise widersprüchlich

Wir wollen die Segnungen des Wohlstands und alle Vorteile einer maximalen global arbeitsteiligen, standardisierten Arbeitsteilung und deren durch die Skaleneffekte immer günstigeren Produktion und den daraus sich ergebenden günstigen Preis. Um dies zu erreichen, müssen wir im globalen Wettbewerb bestehen.

Wir wollen aber auch das individuelle Optimum nicht nur im Produkt und seiner Dienstleistungsverpackung, sondern auch in der sozialen Gestaltung der Arbeitsprozesse und der ökologischen Nutzung von Ressourcen und Energie. Diese Qualität hat ihren Preis, der seine Käufer finden muss.

Und wir wollen die umweltschädlichen Folgen unserer auf Wachstum gründenden Wohlstandssicherung weiter verringern: Deutlich weniger Schadstoffemissionen, mehr Effizienz des Ressourceneinsatzes, mehr erneuerbare Energien, keine Müllberge mehr. Dafür brauchen wir intelligente Lösungen.

Diese vielfältige Komplexität müssen wir aushalten und alle gemeinsam an den Lösungen der Widersprüche arbeiten. Einfache Lösungen gibt es hier nicht.

Vielfältige Komplexität verlangt wechselseitige Akzeptanz

Um mit diesen teilweise widersprüchlichen Wünschen und Forderungen richtig umzugehen, muss man sie als berechtigte Anliegen respektieren. Das beinhaltet aber auch Akzeptanz und Respekt gegenüber der Industrie. Denn sie bietet Lösungen für diese Umweltprobleme.

 

Industriefreundliche Einstellung entwickeln und pflegen

Voraussetzung für die Weiterentwicklung der Industrie am Standort Hessen ist eine hohe Akzeptanz der Industrie und ihrer Bedürfnisse, eher sogar eine Art von Begeisterung für das, was sie leistet und welche Vorteile sie schafft, ohne zu verschweigen, was sie kostet und welche Nachteile man dabei in Kauf nehmen muss.

Solcherart Akzeptanz oder gar Begeisterung resultiert aus der Erkenntnis der existentiellen Funktion, die die Industrie für unseren Wohlstand hat, und – wichtiger noch – aus der Einsicht in die Lösungskompetenz der Industrie für die vielen Probleme unserer Massengesellschaften, in der zugleich jeder auf seine Individualität pocht.

Wir müssen jetzt, da es uns gut geht - wieder verstehen lernen, dass Wohlstand nicht selbstverständlich ist, und dass man etwas für den Erhalt und den Ausbau dieses Wohlstandes tun muss: dass es keinen ökonomischen Nutzen gibt, wenn man die Ökonomie mit vorgeschriebenen Wünschen unnötig einengt. Und wir müssen erst wieder lernen, welchen sozialen Nutzen industrielle Standardisierung schafft, und welche Individualisierung inzwischen möglich ist und durch die eingebauten Lerneffekte künftig noch viel stärker zu entwickeln sind.

Die Tragfähigkeit unserer Gesellschaft für die Erfordernisse eines prosperierenden Industriestandortes muss wieder erhöht werden. Unser Land muss weiter in der Lage sein, Großprojekte zu realisieren. Ansonsten sind auch Vorhaben wie die Energiewende nicht zu leisten.

In der Herstellung dieses Verständnisses sind insbesondere die Unternehmer und Unternehmen selbst gefordert. In öffentlichen Auftritten und in den privaten Netzwerken müssen die realen Zusammenhänge zwischen Industrie, technischer Entwicklung, Wohlstand und Lebensqualität anschaulich vermittelt und für eine aktive Unterstützung der Industrie geworben werden. Um dies zu erreichen, ruft die Initiative Industrieplatz Hessen zu einer Kommunikationsoffensive auf, die darauf zielt,

  • das Bild der Industrie zu korrigieren: Weg vom Ressourcenverschwender hin zu einem geschätzten Problemlöser für Urbanisierung, für Globalisierung und Nachhaltigkeit,
    indem die neu gewonnene Aufmerksamkeit der Industrie genutzt wird, um die Bedeutung, die Vielfalt und die Veränderungen dieses Sektors in Hessen deutlich zu machen, solange das „Fenster der Gelegenheit“ offensteht.
  • die Technologieoffenheit zu fördern,
    indem gezeigt wird, welchen bedeutenden Beitrag technische Entwicklungen und Innovationen für in der Gesellschaft positiv besetzte Felder wie Ressourcen- und Umweltschutz, nachhaltige Entwicklung, Energiewende oder Gesundheit leisten. Neue technologische Lösungen sind häufig die einzigen Schlüssel zu Bewältigung der Probleme einer „hot, flat and crowded World“ (Friedman)
  • die Wertschätzung gegenüber der Industrie zu erhöhen,
    indem wir die Industrie wieder näher an die Menschen bringen, ihre Leistungen deutlich machen, Mitarbeiter als Botschafter gewinnen und eine Eigendynamik „Pro Industrie“ initiieren.

 
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